MISSING LINK
oder Monolog einer Schneekanone

Samstag 09.08.2014 | 20:15 Uhr
Sonnenbad Zwettl

Fotos von der Veranstaltung (Fotos Michael Salzer, Martin Huscsava) :

Internet TV - Bericht und Interviews von TVW4:

Audio-Aufnahme der Performance in ganzer Länge:

 


Performance im Rahmen des Viertelsfestival NÖ / Waldviertelfestival 2014

Der Kulturverein Kultur:Impuls:Zwettl / Syrnau tritt bei dieser außergewöhnlichen Performance als Veranstalter auf, die am Sa., den 9.08 um 20:15 Uhr im Sonnenbad Zwettl, Kamptalstrasse stattfinden wird. Der Regisseur Karl Wozek hat in Zusammenarbeit mit Peter Cerny und dem Musiker Günther Rabl dieses Stück entwickelt, welches im Rahmen des Viertelfestival NÖ zur Aufführung gebracht wird. Hauptdarsteller ist eine Schneekanone, die liebenswürdigerweise von dem Schidorf Kirchbach zur Verfügung gestellt wird.
Das Thema des Viertelfestival NÖ / Waldviertel 2014 ist „Natur Maschine“

Zum Inhalt von MISSING LINK - Monolog einer Schneekanone

Affe und Gott
Der Mensch verdankt seine Existenz der Natur. Die Maschine ist ein Produkt des Menschen. Ohne Mensch – keine Maschine. Ohne Natur – kein Mensch. Der Mensch ist quasi das Missing Link zwischen Natur und Maschine. Affe der alten und Gott der neuen Welt. Aber wie lange noch? Was, wenn die Maschinen ihre Funktionen so perfektionieren, dass wir keinen Zugriff mehr haben und tatenlos zusehen müssen, wie sie unser Leben dirigieren? Was dann? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall ist Spannung garantiert. Wir sind das Zünglein an der Waage.

Das Missing Link der Zukunft. Die Performance verinnerlicht diese Situation.

Special guest ist eine Schneekanone. Sie wird erstmals an die Öffentlichkeit treten und ihre über die Jahre gewonnenen Erfahrungen kundtun: „Ich bin eine Maschine. Ich schaffe Natur. Ich bin des Menschen Schneekönigin. Und ich mache glücklich alle, die die Kunst meines Winters lieben ... Manchmal bin ich traurig und niedergeschlagen vollkommen – wie eine Dirne, die sich eine harte Nacht lang für fremde Lust verbraucht. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht hat meine Seele einen Schaden.“

GUINNESS MILK (Komposition zu MISSING LINK)

Am Beginn steht eine Aufnahme des Originalklanges der Schneekanone: Das Hochfahren, das Einschalten des Kompressors, das Auslösen der Beschneiung. Dieser Klang wird nach und nach ausgedünnt, bis nur mehr ein flötenartiger Ton übrigbleibt, der einfache Melodien formt. Interessant ist vielleicht die Stimmung, die ich hier verwende. Sie geht auf den englischen Uhrmacher John Harrison (1693-1776) zurück, der die Oktave nicht in sechs Ganztöne teilt, sondern in 2π und daraus eine diatonische Skala entwickelt - vertraut und fremd zugleich.

Ein Glockenton, genaugenommen der Klang einer Eisenstange, läutet den eigentlichen Monolog ein.

Dieser Ton, der am Ende ganze Kaskaden bildet, basiert auf einem sogenannten physikalischen Modell, das ich vor Jahren entwickelt habe - ein Oszillator, eine Formel, wenn man so will, die genau diesen Typus Klang hervorbringt. Der Monolog selber, durchgehend von Peter Cerny gesprochen, erscheint in verschiedenen Transformationen, die die Facetten einer sprechenden Maschine symbolisieren. Hier ein kurzer Ausschnitt der Komposition.

Wer sich für die Methoden der Klangbearbeitung und Komposition am Computer interessiert, findet hier Informationen und Anregungen: www.canto-crudo.at/electric-orpheus-academy (G.R.)

Karl Wozek: Idee, Text & Regie
Günther Rabl
: Komposition, Musik & Sound
Peter Cerny:
Organisation, Stimme, Skulptur
Performer
: Simone Einfalt, Katharina Fleischhacker, Judith Mahler, Julia Vozenilek, Heidi Widy
Schneekanone von Kirchbach

Im Anschluss an die Performance wird der Kulturverein Getränke ausschenken und es wird Kleinigkeiten zum Essen geben / DJ Line mit Niel Widy bis Mitternacht.

Karl Wozek:
Autor, Regisseur, Schauspieler
1991 – 2004 als Schauspieler tätig in Wien, Moskau, Bozen, …
1996 Gründung des Kulturvereins „theater.wozek“
www.theater-wozek.at

Günther Rabl:
Der im Waldviertel lebende und arbeitende Künstler Günther Rabl hat in jahrelanger unbeirrter Arbeit ein Werk im Elektroakustischen Genre geschaffen, das an Ausmaß, Intensität und Radikalität unvergleichlich ist. Zusammenarbeit mit Friedrich Gulda, Leszek Zadlo. Installationen im Technisches Museum Wien, Konzerthaus Wien, Offenes Kulturhaus Linz, Brucknerhaus Linz. Gründung des eigenen Musiklabels "Canto Crudo" http://www.canto-crudo.com/

Peter Cerny:
Musiker, Darsteller in verschieden Filmprojekten, Theaterproduktionen und Kunstperformances, Projektleiter bei diversen Theaterproduktionen.

Eintritt € 13,- | ermäßigt * € 10,- | Schüler/Lehrlinge € 5,-
* für Mitglieder und Studenten bis 27 Jahre


Email: tickets@syrnau.at
Telefon: 0680 33 20 670


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des NÖ Viertelfestivals 2014 statt

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